Das Verfahren orientiert sich an der Norm DIN EN 12831, vereinfacht für die Vorplanung eines ganzen Hauses. Im Rechner sehen Sie jeden Schritt mit Ihren eigenen Werten.
Kurz gesagt: Wir schätzen, wie viel Wärme Ihr Haus an einem sehr kalten Tag über Wände, Dach, Fenster, Boden und die Lüftung verliert. Das ist ein Hüllflächen-Überschlag in Anlehnung an DIN EN 12831-1 für das ganze Haus. Im Rechner oben sehen Sie unter „Rechenweg mit Ihren Werten“ jeden Schritt mit Ihren eigenen Zahlen. Die hochgestellten Zahlen verweisen auf die Quellen.
1. Flächen und Volumen aus der Wohnfläche
Ohne Grundriss nehmen wir einen quadratischen Grundriss an. Je Geschoss gilt:
2. Wärmeverlust über die Hülle (Transmission)
HT = Σ Fläche × (U + ΔUWB) × f
U ist der Wärmedurchgangskoeffizient eines Bauteils in W/(m²K). Für den unsanierten Bestand nehmen wir die amtlichen Pauschalwerte nach Baualter1:
U-Werte unsaniert in W/(m²K) nach Baualtersklasse| Baujahr | Außenwand | Oberste Geschossdecke | Dach (ausgebaut) | Kellerdecke | Bodenplatte | Fenster |
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| bis 1918 | 1,4 | 1 | 2,6 | 1,6 | 1,6 | 2,7 |
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| 1919–1948 | 1,4 | 1 | 1,4 | 1,6 | 1,6 | 2,7 |
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| 1949–1957 | 1,4 | 0,8 | 1,4 | 2,3 | 2,3 | 2,7 |
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| 1958–1968 | 1,4 | 0,7 | 1,4 | 1 | 1,2 | 2,7 |
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| 1969–1978 | 1 | 0,6 | 0,8 | 1 | 1,2 | 2,7 |
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| 1979–1983 | 0,8 | 0,4 | 0,7 | 0,8 | 0,8 | 2,7 |
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| 1984–1994 | 0,6 | 0,3 | 0,5 | 0,6 | 0,6 | 2,7 |
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| 1995–2001 | 0,5 | 0,3 | 0,3 | 0,6 | 0,6 | 1,6 |
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| 2002–2008 | 0,4 | 0,2 | 0,2 | 0,5 | 0,5 | 1,5 |
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3. Wärmeverlust durch Lüftung
HV = 0,34 Wh/(m³K) × n × Luftvolumen
Luftwechsel n je Stunde6: Fensterlüftung, alte undichte Fenster 0,7 · Fensterlüftung (Mindestluftwechsel) 0,5 · Lüftungsanlage ohne Wärmerückgewinnung 0,5 · Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung 0,25. Bei einer Anlage ohne Wärmerückgewinnung strömt die Zuluft kalt nach, deshalb gilt dort derselbe Wert wie bei Fensterlüftung.
4. Norm-Außentemperatur Ihres Standorts
Ausgelegt wird auf einen sehr kalten Tag. Die Werte der Referenzorte sind die Postleitzahl-Werte der jeweiligen Stadtmitte aus der Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe8 (über9), auf ganze Grad gerundet, halbe Grad zur kälteren Seite. Kennen Sie Ihren Ort nicht, rechnen wir mit −12 °C, dem gerundeten Deutschland-Mittel von −11,5 °C10.
Referenzorte und Norm-Außentemperatur| Ort | PLZ Stadtmitte | Klimakarte | Im Rechner |
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| Düsseldorf | 40213 | −6,9 °C | −7 °C |
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| Köln | 50667 | −7 °C | −7 °C |
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| Essen | 45127 | −7,1 °C | −7 °C |
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| Kiel | 24103 | −7,9 °C | −8 °C |
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| Hamburg | 20095 | −8,2 °C | −8 °C |
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| Bremen | 28195 | −8,6 °C | −9 °C |
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| Frankfurt am Main | 60311 | −9,2 °C | −9 °C |
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| Stuttgart | 70173 | −9,3 °C | −9 °C |
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| Freiburg im Breisgau | 79098 | −9,7 °C | −10 °C |
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| Hannover | 30159 | −10 °C | −10 °C |
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| Rostock | 18055 | −10,7 °C | −11 °C |
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| Berlin (Mitte) | 10115 | −11,1 °C | −11 °C |
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| München | 80331 | −11,1 °C | −11 °C |
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| Nürnberg | 90402 | −11,3 °C | −11 °C |
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| Leipzig | 04109 | −11,7 °C | −12 °C |
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| Erfurt | 99084 | −11,9 °C | −12 °C |
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| Dresden | 01067 | −12,3 °C | −12 °C |
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| Chemnitz | 09111 | −13 °C | −13 °C |
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| Augsburg | 86150 | −13,5 °C | −14 °C |
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| Hof | 95028 | −14,6 °C | −15 °C |
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| Oberstdorf | 87561 | −16,7 °C | −17 °C |
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Zuordnung über die Postleitzahl (Näherung)
Wenn Sie Ihre Postleitzahl eingeben, schlagen wir den nächstgelegenen Referenzort vor. Dafür haben wir für jede der 717 dreistelligen PLZ-Zonen den Mittelpunkt aller zugehörigen Postleitzahl-Orte berechnet und die Luftlinie zur Stadtmitte jedes Referenzorts bestimmt. Liegt der nächste Ort höchstens 60 km entfernt, wird er automatisch gewählt und die Entfernung angezeigt. Andernfalls schlagen wir keinen Ort vor und verweisen auf die Klimakarte. Höhe und Kaltluftlagen kennt diese Zuordnung nicht: In Mittelgebirgen und im Alpenvorland kann es mehrere Grad kälter sein. Die Auswahl bleibt deshalb immer änderbar, auch auf „Eigener Wert“. Die Zuordnung ist eigene Arbeit. Sie übernimmt keine Normtabelle und nutzt nur frei lizenzierte Ortskoordinaten: Postleitzahl-Daten von GeoNames, Lizenz CC BY 4.0, abgerufen am 02.11.2026.
5. Heizlast und spezifische Heizlast
ΦHL = (HT + HV) × (Innentemperatur − Norm-Außentemperatur)
Die Innentemperatur beträgt standardmäßig 20 °C. Die spezifische Heizlast ist ΦHL ÷ Wohnfläche in W/m². Zur Einordnung im Ergebnis gelten diese Grenzen:
Zum Vergleich zeigt der Rechenweg im Rechner auch den Tabellenwert der VdZ-Fachregel für Ihr Baualter11.
6. Von der Heizlast zur Wärmepumpe
Leistung WP = (ΦHL + Personen × 0,25 kW) × 24 ÷ (24 − Sperrzeit in h)
Der Zuschlag für Warmwasser beträgt 0,25 kW je Person12. Der Faktor 24 ÷ (24 − t) gleicht Stunden aus, in denen der Netzbetreiber die Wärmepumpe sperrt13. Seit 2024 wird meist nur noch gedimmt statt abgeschaltet14, deshalb steht die Sperrzeit standardmäßig auf 0 h. Das Ergebnis runden wir auf 0,1 kW auf. Vergleichen Sie im Datenblatt die Heizleistung bei Ihrer Norm-Außentemperatur, nicht die Nennleistung.
7. Gegenprobe über Ihren bisherigen Verbrauch
Heizlast ≈ (Verbrauch × Heizwert × Nutzungsgrad − Warmwasser) ÷ Vollbenutzungsstunden
Heizwert: Erdgas 11 kWh/m³, Heizöl 10 kWh/l. Nutzungsgrad des alten Kessels: Brennwert 0,9, Niedertemperatur 0,8, Konstanttemperatur 0,7. Warmwasser 500 kWh je Person und Jahr15. Vollbenutzungsstunden standardmäßig 1.800 h. Die Spanne im Ergebnis rechnet mit ±300 h16.
Geben Sie einen Verbrauch ein, stützt sich die Empfehlung auf Ihren Verbrauch, denn er bildet Ihr echtes Haus und Ihr Heizverhalten ab. Sie können auf die Gebäudedaten zurückschalten. Weichen beide Wege um mehr als 25 % voneinander ab, weisen wir darauf hin. Dann stimmt oft eine Angabe nicht, oder es wurde nur ein Teil des Hauses beheizt.
Wofür das Ergebnis taugt und wofür nicht
Quellen
- 1. BMWi/BMI: Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand vom 8.10.2020 (BAnz AT 04.12.2020 B1), Tabellen 2 und 3, Nr. 3.3 (amtlich, abgerufen 02.11.2026)
- 2. Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme im Wohngebäudebestand (EnEV 2007), Tabelle 1 Nr. 1a: Fensterfläche pauschal 20 v. H. der Wohnfläche (amtlich, abgerufen 02.11.2026)
- 3. Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals GEG), Anlage 1: Referenzgebäude Wohngebäude (amtlich, abgerufen 02.11.2026)
- 4. GModG (vormals GEG) Anlage 7: Höchstwerte U bei Änderung bestehender Gebäude (Wand 0,24, Fenster 1,3, Dach/OGD 0,24, Kellerdecke 0,30) (amtlich, abgerufen 02.11.2026)
- 5. KfW: Effizienzhaus – H′T höchstens 70 % (EH 55) bzw. 55 % (EH 40) des Referenzgebäudes (amtlich, abgerufen 02.11.2026)
- 6. Jagnow/Wolff: Berechnung der Heizlast (Manuskript für Recknagel/Sprenger Taschenbuch, 2020) – ΔU_WB, n_min, f-Faktoren, Tafeln 0-6/0-7/0-12 (Fachliteratur, abgerufen 02.11.2026)
- 7. Energie-Wiki: Temperatur-Korrekturfaktoren nach DIN V 4108-6 (Tab. D.2): oberste Geschossdecke 0,8 (Fachliteratur, abgerufen 02.11.2026)
- 8. Bundesverband Wärmepumpe: Klimakarte (Norm-Außentemperatur je PLZ nach DIN/TS 12831-1) (Verband, abgerufen 02.11.2026)
- 9. Rechenportal: Norm-Außentemperatur für deutsche Städte (Werte aus der BWP-Klimakarte, abgerufen dort 24.09.2026) (Fachportal, abgerufen 02.11.2026)
- 10. ITG/REHAU: Berechnung der Normheizlast nach DIN EN 12831:2018 – Vergleich alter/neuer Auslegungstemperaturen, Mittelwert −11,5 °C (Fachliteratur, abgerufen 02.11.2026)
- 11. VdZ: Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand“, Tabelle 1 (Heizlast in W/m² nach Baualter und Fläche) (Verband, abgerufen 02.11.2026)
- 12. Solarbayer Planungshilfe Wärmepumpen: Warmwasser ≥ 0,25 kW je Person; Sperrzeit L = Q · 24/(24 − t) (Hersteller, abgerufen 02.11.2026)
- 13. DEEA: Wärmepumpen – Sperrzeiten und Sondertarife (Sperrzeitfaktor 24/(24 − t), 3 × 2 h → 1,33) (Fachportal, abgerufen 02.11.2026)
- 14. Bundesnetzagentur: § 14a EnWG – seit 1.1.2024 Dimmen auf mind. 4,2 kW statt Abschalten (amtlich, abgerufen 02.11.2026)
- 15. BürgerNetzwerkSolar Worms: Die Wärmepumpe im Einfamilienhaus (Praxisleitfaden in Anlehnung an VDI 4645/4650, März 2026) – Abschn. 4 und 12 (Fachportal, abgerufen 02.11.2026)
- 16. TGA Fachplaner 12/2023: Die Heizlast im Bestand mit Augenmaß ermitteln (Verbrauchsverfahren 1.900 h, η 75 %) (Fachliteratur, abgerufen 02.11.2026)
- 17. Verbraucherzentrale RLP: Fenster (Uw 2-fach-Wärmeschutz ≈ 1,1–1,3; 3-fach ≈ 0,8–1,0 W/(m²K)) (Verband, abgerufen 02.11.2026)
- 18. BWP Heizlastrechner: ab 30 kW genauere Ermittlungsmethoden (Verband, abgerufen 02.11.2026)