Vorlauftemperatur Wärmepumpe: Werte, COP-Tabelle, Heizkurve
Mit Fußbodenheizung reichen meist 30 bis 35 °C, mit Heizkörpern sollten es am kältesten Tag höchstens 55 °C sein. Jedes Kelvin weniger spart etwa 1,5 bis 2,5 % Strom.
Von der Redaktion effizienzheizung.de Aktualisiert am Methodik

Kurz gesagt: Die Vorlauftemperatur einer Wärmepumpe sollte am kältesten Tag so niedrig sein, wie es Ihre Räume zulassen: mit Fußbodenheizung meist 30 bis 35 °C, mit Heizkörpern höchstens 55 °C. Jedes Kelvin weniger spart je nach Temperaturbereich etwa 1,5 bis 2,5 % Strom.
- Fußbodenheizung: 30–35 °C (Bosch, Fraunhofer-Feldtest)
- Heizkörper: höchstens 55 °C, besser unter 50 °C (Verbraucherzentrale, dena, BWP, Zukunft Altbau)
- 1 Kelvin weniger: 1,5–2,5 % weniger Strom (dena, Bosch, unsere Rechnung)
- Altbau-Test: Kessel an Frosttagen auf 50–55 °C stellen (Zukunft Altbau, Verbraucherzentrale)
Wie hoch die Vorlauftemperatur in Ihrem Haus sein muss, entscheidet vor allem die Heizlast im Verhältnis zur Größe der Heizflächen. Ein unsaniertes Einfamilienhaus mit 140 m² aus den Jahren 1969 bis 1978 braucht laut unserem Heizlast-Rechner bei −12 °C 13,6 kW, das sind 97 W/m². Reichen die alten Heizkörper bei 75/65 °C gerade dafür aus, muss die Wärmepumpe an diesem Tag rechnerisch 72 °C liefern. Sind Dach, Fassade, Fenster und Kellerdecke saniert, sinkt die Heizlast auf 6,1 kW (dieses Beispiel im Rechner), und dieselben Heizkörper kommen mit 49 °C aus.
Was ist die Vorlauftemperatur?
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das die Wärmepumpe zu den Heizkörpern oder in die Fußbodenheizung schickt. Abgekühlt kommt es als Rücklauf zurück, den Unterschied nennt man Spreizung. Bosch hält für Wärmepumpen eine Spreizung von 3 bis 7 Kelvin für ideal.
Fest eingestellt ist die Vorlauftemperatur nicht. Die Regelung führt sie über die Heizkurve nach der Außentemperatur: Je kälter es draußen ist, desto wärmer muss das Heizwasser sein (BWP). Entscheidend ist deshalb die Vorlauftemperatur am Auslegungstag, also bei der Norm-Außentemperatur Ihrer Region. Unser Rechner nimmt ohne Ortsangabe −12 °C an, die Klimakarte des BWP zeigt die Werte für Ihre Region.
Warum die Vorlauftemperatur die Effizienz bestimmt
Eine Wärmepumpe hebt Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser auf das Temperaturniveau des Heizwassers. Je größer dieser Temperaturhub ist, desto mehr Strom braucht sie für dieselbe Wärme. Die Leistungszahl COP gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom entstehen. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist derselbe Wert, gemessen über ein ganzes Jahr.
Faustregel: Pro Kelvin weniger Vorlauf sinkt der Stromverbrauch laut dena-Gebäudeforum um 1,5 bis 2 %, je nach Höhe der Vorlauftemperatur. Bosch nennt bis zu 2,5 %. Unsere Rechnung unten kommt auf 2,5 % je Kelvin zwischen 35 und 45 °C, 1,9 % zwischen 45 und 55 °C und 1,4 % zwischen 55 und 70 °C. Im unteren Bereich bringt jedes Grad also am meisten.
Der Feldtest „WP-QS im Bestand“ des Fraunhofer ISE zeigt das auch in der Praxis. Gemessen wurden 77 Wärmepumpen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern mit Baujahren von 1826 bis 2015. Ein klarer Zusammenhang mit der Effizienz fand sich nur bei den Heizkreistemperaturen, nicht beim Baualter. Luft/Wasser-Wärmepumpen erreichten 2024 im Mittel eine JAZ von 3,4 (Spanne 2,6 bis 4,9), Erdreich-Wärmepumpen 4,3.
COP bei 35, 45, 55, 60 und 70 °C Vorlauf
Wie stark der COP fällt, haben wir mit der physikalischen Obergrenze (Carnot) und dem im Feldtest gemessenen mittleren Gütegrad gerechnet: 0,39 für Luft/Wasser- und 0,46 für Erdreich-Wärmepumpen.
COP-Tendenz nach Vorlauftemperatur (Luft 2 °C, Erdreich 0 °C)
| Vorlauf | COP Luft/Wasser | COP Erdreich | Strom für 10 kWh Wärme (Luft) |
|---|---|---|---|
| 35 °C | 3,9 | 4,3 | 2,6 kWh |
| 45 °C | 3,0 | 3,4 | 3,3 kWh |
| 55 °C | 2,5 | 2,9 | 4,0 kWh |
| 60 °C | 2,3 | 2,6 | 4,3 kWh |
| 70 °C | 2,0 | 2,3 | 4,9 kWh |
Rechnung: Carnot-COP mit Quelle 2 °C bzw. 0 °C und mittlerer Heizwassertemperatur (Vorlauf minus halbe Spreizung von 5 K), mal Gütegrad aus dem Fraunhofer-Feldtest. COP und kWh auf eine Nachkommastelle gerundet. Das ist eine Tendenz, kein Gerätewert: Datenblätter nach EN 14511 weichen je Modell ab.
Bei 70 °C braucht eine Luft-Wärmepumpe für dieselbe Wärme also 93 % mehr Strom als bei 35 °C, bei 55 °C sind es 55 % mehr. Zum Vergleich mit der Praxis: Im Feldtest lag die JAZ der Luft-Wärmepumpen mit Heizkörpern bei mindestens 3,0. Ihre mittlere Heizkreistemperatur (Mittel aus Vor- und Rücklauf) lag 2024 bei 38,5 °C, also deutlich unter dem Höchstwert an kalten Tagen.


Vorlauftemperatur: Fußbodenheizung oder Heizkörper
Eine Fußbodenheizung gibt Wärme über eine große Fläche ab und kommt deshalb mit wenig Temperatur aus. Bosch nennt 30 bis 35 °C als optimal, in sehr gut gedämmten Häusern reichen auch 28 °C. Heizkörper sind kleiner und brauchen mehr Temperatur. Für sie gelten 55 °C am kältesten Tag als Obergrenze. So sehen es die Verbraucherzentrale („möglichst ganzjährig unter 55 Grad“), das dena-Gebäudeforum und der BWP. Zukunft Altbau rät, am besten unter 50 °C zu bleiben.
Typische Vorlauftemperatur nach Heizsystem
| Heizsystem | am kältesten Tag | gemessen im Bestand (Heizkreis-Mittel) | Quelle |
|---|---|---|---|
| Fußbodenheizung | 30–35 °C | Ø 32,0 °C (2024) | Hersteller, Feldtest |
| Heizkörper, groß genug | höchstens 55 °C, besser unter 50 °C | Ø 38,5 °C (2024) | Verbraucherzentrale, dena, Feldtest |
| Heizkörper, unsanierter Altbau | rund 70 °C und mehr | nicht gemessen; Rechenbeispiel: 72 °C Vorlauf | Landesprogramm, Rechnung |
Messwerte: Fraunhofer ISE, mittlere Heizkreistemperatur (Mittel aus Vor- und Rücklauf) im Heizbetrieb 2024, der Vorlauf liegt also etwas höher; die 42 Heizkörper-Anlagen schließen Mischsysteme ein, in denen die Heizkörper die Temperatur bestimmen. Das höchste Tagesmittel des Vorlaufs lag bei 27 dieser 42 Anlagen zwischen 39 und 50 °C. „Rund 70 °C und mehr“: Zukunft Altbau. Werte unverändert aus den Quellen.
Zwei Ergebnisse aus dem Feldtest sind für Altbaubesitzer wichtig. Erstens garantiert eine Fußbodenheizung keine hohe JAZ: Anlagen nur mit Fußbodenheizung verteilten sich über fast die ganze Spanne der Messwerte. Zweitens liefen ausreichend große Heizkörper mit ähnlich niedrigen Temperaturen wie Flächenheizungen. Ein teurer Umbau auf Fußbodenheizung ist deshalb laut Fraunhofer ISE nicht nötig.


Wärmepumpe mit hoher Vorlauftemperatur: 60 oder 70 Grad
Moderne Wärmepumpen liefern laut Bosch kurzfristig auch 70 bis 75 °C. Dauerhaft kostet das viel Strom: In unserer Tabelle sinkt der COP einer Luft-Wärmepumpe von 2,5 bei 55 °C auf 2,3 bei 60 °C und 2,0 bei 70 °C. Hochtemperatur-Wärmepumpen schaffen bis 100 °C, brauchen laut Bosch aber über 30 % mehr Energie als herkömmliche Geräte. Bevor Sie ein Gerät nach der höchsten Vorlauftemperatur auswählen, lohnt sich deshalb der Blick auf Heizkörper und Gebäudehülle. Welche Geräte im Altbau infrage kommen, vergleicht unser Ratgeber beste Wärmepumpe für den Altbau.
Welche Vorlauftemperatur braucht Ihr Haus?
Die nötige Vorlauftemperatur ergibt sich aus der Heizlast und der Leistung Ihrer Heizkörper. Heizkörper werden nach DIN EN 442 mit ihrer Normleistung bei 75/65/20 °C angegeben. Bei niedrigeren Temperaturen geben sie überproportional weniger ab, denn die Leistung hängt mit einem Exponenten von etwa 1,3 von der Übertemperatur ab (Institut für Gebäude-Energieforschung, HeizungsJournal). Rechnet man das nach, bleibt von der Normleistung:
- bei 70/55 °C: 80 %
- bei 55/45 °C: 51 %
- bei 45/35 °C: 30 %
- bei 35/30 °C: 16 %
Für das Beispielhaus haben wir die Heizlast mit unserem Rechner bestimmt und daraus die nötige Vorlauftemperatur am kältesten Tag berechnet. Annahme: Die alten Heizkörper reichen im unsanierten Zustand bei 75/65 °C genau aus.
Gleiche Heizkörper, weniger Heizlast: Vorlauf bei −12 °C
| Haus (140 m², 1969–1978) | Heizlast laut Rechner | Vorlauf, alte Heizkörper | mit 1,5-facher Heizkörperleistung |
|---|---|---|---|
| unsaniert | 13,6 kW (97 W/m²) | 72 °C | 59 °C |
| Dach + Fenster saniert | 11,5 kW (82 W/m²) | 66 °C | 55 °C |
| Dach, Fassade, Fenster, Kellerdecke | 6,1 kW (43 W/m²) | 49 °C | 42 °C |
Heizlast aus unserem Heizlast-Rechner: Norm-Außentemperatur −12 °C, Sanierung wie „Schon saniert?“ (Dach 16 cm, Fassade 14 cm, Kellerdecke 12 cm, 2-fach-Wärmeschutzglas). Heizkörper: Normleistung 13,6 kW bei 75/65/20 °C, Exponent 1,3, Spreizung 5 K (deshalb 72 statt 75 °C Vorlauf bei gleicher Heizkörpertemperatur im Mittel). Heizlast auf 0,1 kW, Vorlauf auf ganze °C gerundet.
In der Tabelle stecken zwei Hebel. Die Gebäudehülle senkt die nötige Vorlauftemperatur von 72 auf 49 °C, ohne dass ein Heizkörper getauscht wird. Größere Heizflächen bringen das unsanierte Haus mit 1,5-facher Heizkörperleistung von 72 auf 59 °C. Die 55-°C-Grenze erreicht es erst mit beidem, etwa mit saniertem Dach und neuen Fenstern plus größeren Heizkörpern. Welche Werte in W/m² für Ihr Baujahr typisch sind, zeigt unser Ratgeber Heizlast pro m².
Über das Jahr zeigt die Heizkurve dasselbe Bild. Bei 0 °C außen braucht das unsanierte Haus 56 °C, das sanierte 40 °C. Eine Fußbodenheizung, die auf 35 °C am kältesten Tag ausgelegt ist, kommt mit 30 °C aus. Bei 2 °C außen arbeitet die Luft-Wärmepumpe im unsanierten Haus mit 53 °C und einem COP um 2,5, im sanierten mit 39 °C und einem COP um 3,4. Das ist rund ein Drittel mehr Wärme je Kilowattstunde Strom.


Heizkurve einstellen: Neigung und Niveau Schritt für Schritt
Die Heizkurve ordnet jeder Außentemperatur einen Sollwert für den Vorlauf zu. Sie hat zwei Stellschrauben. Die Neigung (auch Steilheit) bestimmt, wie stark der Vorlauf steigt, wenn es draußen kälter wird. Das Niveau verschiebt die ganze Kurve gleichmäßig nach oben oder unten.
Viessmann nennt als Richtwerte für die Neigung 0,3 bis 0,5 bei einem gut gedämmten Haus mit Fußbodenheizung, 1,0 bis 1,2 bei einem gut gedämmten Haus mit Heizkörpern und 1,4 bis 1,6 bei einem älteren, freistehenden Haus mit Heizkörpern. Für Wärmepumpen allgemein empfiehlt der Hersteller 0,2 bis 0,4. Diese Zahlen gelten für die Skala der Viessmann-Regler. Maßgeblich ist die Anleitung Ihres Geräts.
So gehen Sie vor (nach der Viessmann-Checkliste):
- Ausgangslage notieren: Neigung, Niveau, Datum, Außentemperatur morgens und abends und die Raumtemperatur.
- Neigung an kalten Tagen anpassen: nur bei unter 5 °C außen und in kleinen Schritten. Senken Sie die Neigung, solange die wichtigsten Räume noch warm genug werden.
- Warten: nach jeder Änderung 12 bis 24 Stunden, mit Fußbodenheizung auch mehrere Tage.
- Niveau in der Übergangszeit einstellen: bei 5 bis 15 °C außen. Ist es grundsätzlich zu kühl, heben Sie das Niveau an, ist es zu warm, senken Sie es.
- Gegenprüfen: Wird es nur bei Frost zu kalt, erhöhen Sie die Neigung. Ist es in der Übergangszeit zu warm, an kalten Tagen aber passend, senken Sie das Niveau und erhöhen die Neigung.


Gut zu wissen: Im Fraunhofer-Feldtest lag bei vielen Anlagen, die auf 45 bis 55 °C ausgelegt sind, der Vorlauf bei 10 °C außen 5 bis 10 K über der Heizkurve der Norm. Bei rund der Hälfte der Heizkörper-Anlagen fiel er nie unter 35 °C. Das Institut rät, flache Heizkurven auf hohem Niveau zu vermeiden. Prüfen Sie deshalb gerade in der Übergangszeit, ob Ihr Vorlauf wirklich sinkt.
Vorlauftemperatur im Altbau selbst testen
Ob Ihr Haus mit 55 °C warm wird, können Sie mit der vorhandenen Gas- oder Ölheizung prüfen, bevor Sie eine Wärmepumpe kaufen. Das Landesprogramm Zukunft Altbau und die Verbraucherzentrale beschreiben den Test so:
- Vorlauf begrenzen: An sehr kalten Tagen, am besten in einer Frostperiode von mehreren Tagen, stellen Sie die Vorlauftemperatur am Kessel auf 50 bis 55 °C. Lässt Ihr Regler das nicht zu, hilft der Heizungsbetrieb, etwa über die Heizkurve.
- Thermostate auf Stufe 3: Das entspricht etwa 20 °C. Schalten Sie eine Nachtabsenkung aus.
- Abwarten: Wie lange, hängt von der Speichermasse des Hauses ab. Laut Zukunft Altbau reichen 24 bis 72 Stunden.
- Auswerten: Werden alle Räume warm, eignet sich das Haus für eine Wärmepumpe. Bleiben einzelne Räume kalt, reicht dort laut Verbraucherzentrale vermutlich ein größerer Heizkörper. Bleiben alle Räume kühl, wird es ohne zusätzliche Dämmung keinen wirtschaftlichen Wärmepumpenbetrieb geben.
Bei milderem Wetter geht der Test ebenfalls: Bei 0 °C außen sollte laut Zukunft Altbau ein Vorlauf von etwa 45 °C reichen. Unser Rechenbeispiel passt dazu. Das sanierte Haus braucht bei 0 °C 40 °C und besteht, das unsanierte mit den alten Heizkörpern braucht 56 °C und fällt durch.
Vorlauftemperatur senken: die wirksamsten Maßnahmen
- Heizkurve flacher stellen: kostet nichts und ist der erste Schritt (siehe oben). Das Fraunhofer ISE empfiehlt, die Einstellung der Heizkurve gezielt zu prüfen.
- Den schwächsten Heizkörper tauschen: Der ungünstigste Heizkörper bestimmt die Temperatur des ganzen Heizkreises. Braucht ein Raum 60 °C und alle anderen 50 °C, muss der Kreis laut dena mit 60 °C laufen. Ein moderner Flachheizkörper leistet bei gleicher Größe mehr als ein alter Stahlradiator, Typ 33 mehr als Typ 22.
- Hydraulischer Abgleich: Die Verbraucherzentrale hält ihn nach jeder Sanierung für wichtig. Erst dann bekommen alle Räume genug Wasser, und der Vorlauf muss nicht für einen schlecht versorgten Raum hochgedreht werden.
- Gebäudehülle verbessern: Im Rechenbeispiel senkt die volle Sanierung den nötigen Vorlauf von 72 auf 49 °C. Die Verbraucherzentrale rät, die Heizung erst nach der Sanierung zu tauschen, damit sie zum neuen Wärmebedarf passt.
So haben wir gerechnet und geprüft
Wir haben am 02.11.2026 den Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“ des Fraunhofer ISE (2. Fassung vom 25.11.2025) sowie die Seiten von dena-Gebäudeforum, Verbraucherzentrale, Verbraucherzentrale Thüringen, Zukunft Altbau, BWP, Bosch, Viessmann, dem Institut für Gebäude-Energieforschung und dem HeizungsJournal geöffnet und jede Zahl daraus übernommen. Die Heizlasten stammen aus unserem Heizlast-Rechner, abgefragt per Skript mit denselben Eingaben wie im Browser. Die Vorlauftemperaturen haben wir mit der Heizkörperformel nach DIN EN 442 (logarithmische Übertemperatur, Exponent 1,3, Fußbodenheizung 1,1) berechnet, die Heizlast steigt dabei wie im Rechner linear mit dem Abstand zur Innentemperatur von 20 °C. Den COP haben wir als Carnot-COP mal gemessenem Gütegrad abgeschätzt. Grenzen: Die Heizkörpergröße im Beispiel ist eine Annahme, echte Häuser haben oft größere Heizkörper. Gerätewerte, Abtauung und Warmwasser bilden wir nicht ab. Mehr zu den Kennwerten des Rechners steht in der Methodik.
Häufige Fragen
Welche Vorlauftemperatur braucht eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung?
Meist 30 bis 35 °C am kältesten Tag (Bosch), in sehr gut gedämmten Häusern auch 28 °C. Im Fraunhofer-Feldtest lag die mittlere Heizkreistemperatur reiner Fußbodenheizungen bei 32,0 °C.
Sind 55 Grad Vorlauf zu hoch für eine Wärmepumpe?
55 °C am kältesten Tag gelten als Obergrenze (Verbraucherzentrale, dena, BWP). Die Wärmepumpe läuft damit, braucht aber rechnerisch 55 % mehr Strom als bei 35 °C. Den Höchstwert braucht sie aber nur an wenigen Tagen: Im Fraunhofer-Feldtest lag die mittlere Heizkreistemperatur der Anlagen nur mit Heizkörpern bei 38,5 °C.
Schafft eine Wärmepumpe 70 Grad Vorlauftemperatur?
Ja. Moderne Geräte liefern laut Bosch kurzfristig 70 bis 75 °C, Hochtemperatur-Wärmepumpen bis 100 °C. Der COP einer Luft-Wärmepumpe sinkt bei 70 °C laut unserer Rechnung auf etwa 2,0.
Wie viel spart ein Grad weniger Vorlauftemperatur?
Etwa 1,5 bis 2,5 % Strom je Kelvin (dena, Bosch). Unsere Rechnung ergibt 2,5 % zwischen 35 und 45 °C und 1,4 % zwischen 55 und 70 °C.
Welche Vorlauftemperatur ist bei 0 Grad Außentemperatur richtig?
Ist das Haus für eine Wärmepumpe geeignet, sollten laut Zukunft Altbau etwa 45 °C reichen. In unserem Beispiel braucht das sanierte Haus 40 °C, mit Fußbodenheizung sind es 30 °C.
Fazit: so niedrig wie möglich, so hoch wie nötig
Stellen Sie die Vorlauftemperatur so niedrig ein, wie es Ihre Räume zulassen: mit Fußbodenheizung 30 bis 35 °C, mit Heizkörpern höchstens 55 °C am kältesten Tag. Jedes Kelvin weniger spart etwa 1,5 bis 2,5 % Strom. Im Altbau zeigt der Test mit dem alten Kessel, ob 55 °C reichen. Wenn nicht, helfen zuerst die Heizkurve, der Tausch einzelner Heizkörper und der hydraulische Abgleich. Wie viel Leistung Ihr Haus braucht, berechnen Sie mit unserem Heizlast-Rechner.
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Quellen
- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen in Bestandsgebäuden – Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“, Feldtest mit 77 Anlagen, JAZ, Heizkreistemperaturen, Gütegrad (2. Fassung 25.11.2025, abgerufen 02.11.2026)
- Gebäudeforum klimaneutral (dena): Prüfung der Heizkörper und Absenkung der Vorlauftemperatur – 55 °C, 1,5 bis 2 % je Grad (Stand Mai 2026, abgerufen 02.11.2026)
- Verbraucherzentrale: Wärmepumpe im Eigenheim – welche Voraussetzungen muss mein Haus erfüllen? (Stand 25.03.2026, abgerufen 02.11.2026)
- Verbraucherzentrale Thüringen: Wärmepumpe – so klappt es auch ohne Fußbodenheizung, Praxistest mit 55 °C (17.08.2023, abgerufen 02.11.2026)
- Zukunft Altbau (Umweltministerium Baden-Württemberg): Test – Ist mein Haus fit für eine Wärmepumpe? (20.01.2025, abgerufen 02.11.2026)
- Bundesverband Wärmepumpe (BWP): Wärmepumpe im Altbau – geringe Vorlauftemperatur 55 °C, Klimakarte (ohne Datum, abgerufen 02.11.2026)
- Bosch Home Comfort: Vorlauftemperatur Wärmepumpe – einstellen, optimieren (Hersteller-Ratgeber, ohne Datum, abgerufen 02.11.2026)
- Viessmann: Heizkurve richtig einstellen – Neigung, Niveau, Richtwerte (Hersteller-Ratgeber, ohne Datum, abgerufen 02.11.2026)
- Institut für Gebäude-Energieforschung: SimpleHK – Heizkörperleistung nach DIN EN 442, Normbedingungen 75/65/20 °C, Exponent (ohne Datum, abgerufen 02.11.2026)
- HeizungsJournal: Vorausschauend geplant – Basiskennlinie der Fußbodenheizung nach DIN EN 1264, Exponent 1,1 (20.08.2021, abgerufen 02.11.2026)
Von der Redaktion effizienzheizung.de · Veröffentlicht am